Am Donnerstag, dem 21.05.2026 gingen gegen 08:00 Uhr in Theißen 17 Sportfreundinnen und Sportfreunde des Wassersportclubs Mondsee e.V. auf eine zum Teil recht abenteuerliche Reise.
Ziel war Venedig, um bei der 50. Vogalonga teilzunehmen.

Wie im Vorbericht erwähnt ist die Vogalonga (ital. voga = Rudern, longa = lang) eine Regatta, die alljährlich in der Regel am Pfingstsonntag in Venedig stattfindet. Daran können alle Bootsklassen teilnehmen, die mit Muskelkraft bewegt werden. Es ist kein Rennen im klassischen Sinne. Ursprünglich gab es durch den Veranstalter eine Teilnehmerbegrenzung von 8.000 Personen und maximal 2.000 zugelassenen Booten. Am Ende gingen 9.800 begeisterte Wassersportler in 2.300 Booten (Teilnehmerrekord) aus 30 Ländern auf den etwa 30 km langen Kurs. Auf der Warteliste standen nochmals 600 Boote und ihre Teilnehmer.

Mit zwei Kleinbussen und einem Pkw setzte sich der Konvoi erstmal Richtung Österreich in Bewegung. Geplanter Zwischenstopp war in Kötschach-Mauthen (im Bezirk Hermagor im Bundesland Kärnten in 700 m Höhe), wo das Team am späten Nachmittag nach rund 650 km ankam. Vor dem Zwischenziel war es auf der Bundesstraße 168 zu einem Unfall gekommen.
Um diesen zu umgehen, nahmen wir eine „Umfahrung“ wie viele Einheimische, allerdings mit einem 12,5 m langen Bootsanhänger im Schlepptau. In der Gegenrichtung waren auch viele Fahrzeuge unterwegs, die uns aber immer wieder signalisierten, doch umzudrehen. Kurzerhand verständigten wir uns mit einer ortskundigen Frau, die uns einmal über den Berg sowie durch einen Vorgarten eines alleinstehenden Hauses führte. Hätten wir die Strecke vorher gekannt, wären wir wohl im Stau stehen geblieben. Wir kamen nach dem „Parkour“ wohlbehalten wieder auf der Bundesstraße in Huben an.

Nach einer kurzen Nacht in Kötschach-Mauthen ging es am Freitag, dem 22.05.2026, um 09:00 Uhr in Richtung Venedig. Vor uns lagen nochmals 300 km (größtenteils über Autobahnen) bis zur Unterkunft. Das Hotel befand sich ca. 8 km vom Stadtzentrum entfernt. Nach dem Einchecken ging es für mehrere Sportfreunde noch in das riesige künstliche Hafengelände
Venedigs (Tronchetto), um den Bootsanhänger für die nächsten drei Tage sicher abzustellen. Hier sollte dann auch unser Drachenboot „SIEGfried“ zu Wasser gelassen werden, was für Samstagvormittag geplant war. Im Anschluss begaben sich drei Sportfreunde auf die Suche zum Organisationsbüro mitten in der Stadt, was nur fußläufig zu erreichen war. Am Ende war es eine kleine Odyssee, den kleinen Raum in den verwinkelten Gassen zu finden, da das GPS-Signal auf dem Handy öfters verschwand. Mit den erhaltenen Unterlagen ging es schnellstmöglich zurück zum einzigen Parkplatz, wo die Parkzeit (max. 1 Stunde) bereits abgelaufen war, allerdings ohne Konsequenzen trotz permanenter Präsenz der Carabinieri.

Venedig empfing uns am 2. Tag mit strahlendem Sonnenschein. Nach dem Frühstück galt es nun, das Drachenboot an den Haken und damit ins Wasser im Hafengelände zu bekommen und einen Liegeplatz bis Sonntagfrüh zu suchen. Mittels eines Mobilkranes wurde unser SIEGfried neben einer ca. 3 m hohen Betonwand in den Kanal gesetzt und sieben Sportfreunde legten
anschließend Richtung Insel Sacca Fisola zum dort ansässigen Ruderverein ab. Vor Ort musste unser Boot wieder aus dem Wasser gehoben werden, da ein Anlegen an den Betonmauern, die alle mit scharfkantigen Muscheln versehen waren, aussichtlos erschien. Durch die freundliche Unterstützung der italienischen Sportfreunde war die Übernachtung auch unseres Bootes gesichert. Anschließend ging es mit einem sogenannten Wassertaxi zurück ins Hafengelände. Die verbliebene Zeit nutzte das gesamte Team, um sich mal in Ruhe einige Stadtteile von Venedig anzusehen. Es war Balsam für die doch etwas gestressten Gemüter.

Am Sonntagmorgen war zeitiges Aufstehen angesagt. Mit dem Linienbus ging es 05:40 Uhr in die autofreie Innenstadt. Nach den knapp 9 km bestiegen wir alle gemeinsam ein Wassertaxi und fuhren zur Insel Sacca Fisola. Dort angekommen machten wir unseren SIEGfried seeklar.
Da von diesem Standort viele Teams u. a. aus Großbritannien und Neuseeland mit Ruderbooten starteten, war Eile geboten. Bis zum offiziellen Start 09:00 Uhr am Markusplatz hatten wir dann noch über eine Stunde Zeit. Um pünktlich am Markusplatz anzukommen, paddelten wir mit niedriger Schlagfrequenz entlang der Inselgruppe Isola della Giudecca. Unterwegs sahen wir viele andere Bootskategorien unterschiedlichster Nationen. Alle Sportfreunde, die wir antrafen, waren super drauf und man grüßte in verschiedenen Sprachen.

Punkt 09:00 Uhr ertönte ein Kanonenschuss am Markusplatz und eine riesengroße Armada von Booten unterschiedlichster Längen, Größen und Anzahl mit Wassersportlern setzten sich in Bewegung. Unser Team befand sich ungefähr in der Mitte des gesamten Pulks. Die Strecke führte über Vignole, Sant’Erasmo, Burano und Murano zurück in Richtung des Canal Grande.
Unterwegs trafen wir viele uns bekannte Drachenbootvereine und -teams aus Mitteldeutschland, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Es passte alles. Strahlender Sonnenschein bei 32 °C, super Stimmung und die Zeit verging wie im Flug.

Das Highlight der Regatta war das Einfahren in den Canal Grande. Hier kam es zu teilweisen chaotischen Szenen. Dank einiger Rettungskräfte im Neoprenanzug und Schutzbrillen wurden die aufgelaufenen Boote sortiert und kontrolliert in das letzte Teilstück weitergeleitet.

Der Applaus der vielen Gäste und Einwohner war eine wohltuende Geste nach der 30 km langen Paddeltour bis zum Markusplatz. Am Ende der Strecke (gegen 14:00 Uhr) gab es für jeden Teilnehmer eine Urkunde und eine schicke Medaille. Das Organisationsteam rief beim Überqueren der Ziellinie jeden einzelnen Teilnehmer mit seinem Vornamen auf. Anschließend
fuhren wir wieder Richtung Hafengelände und brachten unseren SIEGfried ins Trockene.
Am Pfingstmontag ging es dann wieder über Kötschach-Mauthen Richtung Heimat, wo wir am späten Dienstagnachmittag ankamen. Es war eine sehr schöne, aber auch abenteuerliche Reise.
